„Die Welt wird dicker.“

Laut einem Bericht der ZEIT vom 12. Juli 2017 ist mittlerweile ein Drittel der Menschheit übergewichtig oder sogar fettleibig. In Deutschland ist jeder Zweite übergewichtig, Männer mehr als Frauen. Auch wird berichtet, dass die Lebenserwartung mit zunehmendem Gewicht abnimmt. Mediziner raten übergewichtigen Menschen deshalb, ihre Ernährung umzustellen und Sport zu treiben.

„Das ist für viele leichter gesagt als getan“, weiß der stellvertretende vhs-Leiter Andreas Balsliemke. „Es ist heute Luxus, regelmäßige Termine wahrnehmen zu können.“ Als Gründe werden vor allem Pflichten in der Familie – Kinder beaufsichtigen, Behinderte betreuen oder Kranke und Alte pflegen – oder im Beruf angegeben. Arbeitnehmer führen wechselnde Arbeitszeiten bzw. Schichten oder häufige Dienstreisen als Gründe an. Leiharbeiter können sich auf gar nichts verlassen. Es wird eine hohe Flexibilität erwartet. Aber auch Arbeitgeber oder Selbstständige wissen ein Lied von ihren Problemen zu singen: Meetings und Arbeitsessen verhindern, regelmäßig Sport zu treiben. „Es gibt allerdings weitere Gründe, über die niemand so gern redet“, erläutert Balsliemke: „Nicht wenigen Menschen ist der eigene Körper peinlich. Und: Viele haben ein Motivationsproblem. Es fehlen soziale Bindungen.“

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Wer Menschen pflegt, kann schlecht zu festen Zeiten Sport treiben; (c) luckybusiness /fotolia.com

Die Folge ist bei vielen Menschen eine Teufelskreis. Sie nehmen sich vor, mehr Sport zu treiben. Da regelmäßige Termine – also z.B. vhs-Kurse oder Vereinstermine – nicht möglich scheinen, bleibt nur die Alternative, sich im Fitnessstudio einzubuchen oder z.B. die Joggingschuhe anzuziehen. Dann greift das Motivationsproblem. Enttäuschung über sich selbst, wird nicht selten durch ein paar leckere Süßigkeiten kompensiert. „Und so wird man statt dünner immer dicker“, fasst Balsliemke zusammen

Die Volkshochschule Eschweiler setzt ab dem Herbstsemester 2017 erstmals auf Technik, um den beschriebenen Zielgruppen einen besseren Zugang zu verbindlichen Fitnessangeboten zu ermöglichen. Dafür startet im September als Pilot-Kurs „Functional Fitness“, mittwochs 17:15 bis 18:15 Uhr.

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vhs-Training im eigenen Wohnzimmer; (c) Syda Productions /fotolia.com

Der Fachbereichsleiter für die Gesundheitsbildung erläutert: „Das vhs-Kursangebot hat viele Vorteile: Feste Termine verpflichten. Gruppenbildung steigert die Motivation: Man will sich selbst, aber auch andere nicht enttäuschen. Es steht immer ein Fachmann bzw. eine Fachfrau als Ansprechpartner zur Verfügung. Diese Vorteile wollen wir beibehalten und durch neue Pluspunkte verbessern: Wer ein einzelnen Terminen, phasenweise oder auch immer Online teilnimmt, spart Fahrtzeiten und Fahrtkosten. Teilnahme ist auch möglich, wenn man gerade weit weg ist. Verpasster Stoff kann nachgeholt werden. Auch können Anleitungen des Kursleiters beliebig oft angesehen werden.“ Was sich bewährt, soll dann ab 2018 Schritt für Schritt auf weitere Kursangebote der Volkshochschule ausgedehnt werden.

Um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen, wird der Kurs um verschiedene Leistungen erweitert: Erstens wird die Kursstunde live gestreamt. Als Empfangsgeräte dienen SmartPhones, Tablets oder auch Computer. Man bekommt ein Passwort und kann über eine spezielle App z.B. zu Hause, im Hotelzimmer oder auch im Urlaub an der Trainingseinheit teilnehmen, vorausgesetzt man hat einen halbwegs guten Datentarif oder Internetzugang. Die Bedienung der App ist leicht, kann aber bei Bedarf auch am Rande des Kurses eingeübt werden.

Teilnehmen ist auch, ganz ohne dem Kursleiter jemals real zu begegnen, möglich. Allerdings: Wer online trainiert, eignet sich leicht falsche Übungsabläufe an, die der eigenen Gesundheit mehr schaden als nutzen. Wer also immer von zu Hause aus teilnehmen will, sollte dem Kursleiter über die Videokonferenz-App eine stichprobenartige Kontrolle ermöglichen.

Für alle anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gilt: Wer nicht im Bild bzw. Video erscheinen will, muss das nicht. Eine Veröffentlichung der Aufnahmen über den Kreis der zahlenden Teilnehmenden hinaus wird ebenfalls ausgeschlossen. Weil zwei Mal pro Woche zu trainieren generell empfohlen ist, wird neben einer Zusammenfassung des Live-Streamings wöchentlich eine zweite Trainingseinheit als Tutorial online zur Verfügung gestellt.

„Das Training ist für jeden geeignet der/die körperlich fit oder fitter werden will. Der Pilotkurs kostet nicht mehr als andere Trainingsangebote der Volkshochschule. Es wird nur mehr geboten.“ Etwas Experimentierfreude wäre allerdings willkommen. „Wir erproben Technik und werden sicher auch Fehler machen.“ Im Gegenzug bekommen Teilnehmende ein qualifiziertes Training auf individuellem Niveau.“ Anmeldung hier (Link). Anmeldung für das kostenlose Schnuppertraining hier (Link). Beratung: 02403 7027-70

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